Kirche Oberböhmsdorf
OBERBÖHMSDORF


Oberböhmsdorf ist vor allem als Start und Zielpunkt der traditionsreichen Schleizer Dreieck Rennen bekannt geworden. Die geschichtlichen Ursprünge des Ortes liegen im Dunkeln und lassen sich nur bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.
Die jetzige Kirche ist im wesentlichen 1705 erbaut worden, nachdem ein Brand im Jahre 1665 den Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert vernichtet hatte. Die Innengestaltung ist von einer schlichten, aber keinesfalls kargen Schönheit und Festlichkeit geprägt.
Die im Jahre 1777 eingeweihte Orgel stammte von dem bekannten Orgelbaumeister Johann Gottlieb Trampeli. Heute ist von dieser Orgel nur noch der Prospekt erhalten.

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Zuständiger Pfarrer:
Superintendent Ralf-Peter Fuchs
Kirchplatz 2, 07907 Schleiz
Tel: 03663 / 4045 15

Die Termine der Gottesdienste: hier


Bearbeitet: Februar 2004 - Die Inhalte dieser Seite wurden von Sup. Fuchs zur Verfügung gestellt.
Foto: Ulla Enderlein


Oberböhmsdorf - aus dem Buch "Kirchen im Oberland" von Peter  Weiss, Berlin  1988>

Den Anhängern des Motorsports ist Oberböhmsdorf ein Begriff. Alljähr­lich versammeln sich hier Tausende, um das Schleizer Dreieckrennen und seine faszinierende Atmosphäre zu erleben.
Schon 1432 stand hier eine Kirche. Sie brannte 1665 ab und wurde danach in Etappen neu aufgebaut. Erst entstanden Langhaus und Chor neu, 1705 der Turm über dem Chor, zuletzt 1754 der Altarraum. Das Ergebnis war ein erstaunlich geschlossener Bau, dem die eigentümliche Verbindung des alten gotischen Grundrisses mit der barocken Anlage des heutigen Gebäudes einen besonderen Charakter verleiht. Von außen zeigt sich die Kirche als schlichter Rechteckbau, in dessen Mitte sich der Turm erhebt. Im Innern erkennen wir die vom Grundriß diktierte alte Gliederung in Langhaus, Chor und Apsis. Diese war ursprünglich sicher kleiner. Die letzte Renovierung geschah 1978 unter großem Einsatz der Gemeindeglieder. Dabei erhielt der Raum eine wohltuende Farbigkeit. Milde Blautöne beherrschen vor allem das Langhaus, gedämpfte Rottöne und Ver­goldungen den Altarraum und das Chorhaus. Die verhältnismäßig große, durch reichlich vergoldete Pflanzenornamente des Rokoko noch hervor­gehobene Kanzel dominiert im Raum. Ihr gegenüber, an der Nordwand des Chorhauses, zwischen den zwei Triumphbögen, die den Chor ein­fassen, ist das dekorative Fenster der ehemaligen Patronatsloge. Sie wird heute als Gemeinderaum genutzt. Darunter steht ein fröhlich bemalter, frühklassizistischer Taufständer. Die Orgel befindet sich im Altarraum, auf einer kleinen Empore über dem Altar. Ihr prächtiger Prospekt aus dem x 8. Jahrhundert blieb erhalten. Dagegen wurde der darunterstehende Altaraufbau offensichtlich bis auf das zentrale Abendmahlsbild entfernt, so daß er der übrigen Ausstattung gegenüber eher etwas schwach wirkt.In der Sakristei hinter dem Altar hängt ein naiv gearbeitetes und be­maltes Hausaltärchen mit dem Bild des in Gethsemane betenden Herrn: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe“. Ob es früher einmal zu Hausabendmahlsfeiern mitgenommen wurde?
Im Glockenstuhl hängen vier Glocken. Die drei Stahlglocken von 1953 sind von Gliedern der Jungen Gemeinde liebevoll entrostet und gestrichen worden, wobei die Glockensprüche farbig hervorgehoben wurden.
Die einzige alte Glocke erzählt aus der Geschichte der Kirche. Nach dem Brand der Kirche 1665 aus einer alten Glocke von 1584 umgegossen, mahnt sie uns: „SO IHR DIE STIME DES HERRN HOERET SO VERSTOCKET EVR HERTZ NICHT“.

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