
Den
Anhängern des Motorsports ist Oberböhmsdorf ein
Begriff. Alljährlich versammeln sich hier Tausende, um
das Schleizer Dreieckrennen und seine faszinierende Atmosphäre
zu erleben.
Schon 1432 stand hier
eine Kirche. Sie brannte 1665 ab und wurde danach in Etappen neu
aufgebaut. Erst entstanden Langhaus und Chor neu, 1705 der
Turm über dem Chor, zuletzt 1754 der Altarraum. Das
Ergebnis war ein erstaunlich geschlossener Bau, dem die
eigentümliche Verbindung des alten gotischen Grundrisses mit
der barocken Anlage des heutigen Gebäudes einen besonderen
Charakter verleiht. Von außen zeigt sich die Kirche als
schlichter Rechteckbau, in dessen Mitte sich der Turm erhebt. Im
Innern erkennen wir die vom Grundriß diktierte alte
Gliederung in Langhaus, Chor und Apsis. Diese war ursprünglich
sicher kleiner. Die letzte Renovierung geschah 1978 unter
großem Einsatz der Gemeindeglieder. Dabei erhielt der Raum
eine wohltuende Farbigkeit. Milde Blautöne beherrschen vor
allem das Langhaus, gedämpfte Rottöne und
Vergoldungen den Altarraum und das Chorhaus. Die
verhältnismäßig große, durch reichlich
vergoldete Pflanzenornamente des Rokoko noch hervorgehobene
Kanzel dominiert im Raum. Ihr gegenüber, an der Nordwand des
Chorhauses, zwischen den zwei Triumphbögen, die den Chor
einfassen, ist das dekorative Fenster der ehemaligen
Patronatsloge. Sie wird heute als Gemeinderaum genutzt. Darunter
steht ein fröhlich bemalter, frühklassizistischer
Taufständer. Die Orgel befindet sich im Altarraum, auf einer
kleinen Empore über dem Altar. Ihr prächtiger Prospekt
aus dem x 8. Jahrhundert blieb erhalten. Dagegen wurde der
darunterstehende Altaraufbau offensichtlich bis auf das zentrale
Abendmahlsbild entfernt, so daß er der übrigen
Ausstattung gegenüber eher etwas schwach wirkt.In der
Sakristei hinter dem Altar hängt ein naiv gearbeitetes und
bemaltes Hausaltärchen mit dem Bild des in Gethsemane
betenden Herrn: „Nicht mein, sondern Dein Wille
geschehe“. Ob es früher einmal zu Hausabendmahlsfeiern
mitgenommen wurde?
Im Glockenstuhl
hängen vier Glocken. Die drei Stahlglocken von 1953
sind von Gliedern der Jungen Gemeinde liebevoll entrostet und
gestrichen worden, wobei die Glockensprüche farbig
hervorgehoben wurden.
Die einzige alte Glocke erzählt aus der Geschichte der Kirche.
Nach dem Brand der Kirche 1665 aus einer alten Glocke von 1584
umgegossen, mahnt sie uns: „SO IHR DIE STIME DES HERRN HOERET
SO VERSTOCKET EVR HERTZ NICHT“.