Mönchgrün
- St. MATERNUSMaternus war im 4. Jahrhundert Bischof von Köln. Er genoß zeitweise hohes Ansehen als Bewahrer rechter Lehre. Sein Tag ist der 14. September.
Eine Überlieferung aus der Ortsgeschichte berichtet, jahrhundertelang hätten sich die Einwohner gegen die Einrichtung einer Gastwirtschaft gewehrt.. . Wer mag da wohl die Hauptrolle gespielt haben, die Männer? Oder die Frauen?
Ursprünglich hieß unser Ort nur „Grün“, wie auch viele andere Orte mit dieser Endsilbe. Ebenso wie diese erhielt er später erst eine „Kennung“ durch das vorgesetzte „Mönch-“, was sicher damit zusammenhängt, daß das Dorf seit 1366 dem Deutschen Haus in Schleiz gehörte und von ihm geistlich versorgt wurde.
Strahlend hell empfängt uns das
kleine Kirchlein, dessen Renovierung 1985 abgeschlossen wurde. Die
gotische Gestalt des Gebäudes verrät, daß es
erst in der Zeit nach der Erwerbung des Ortes durch die
Deutschherren gegründet wurde. Anfangs fand hier nur in
Abständen Gottesdienst statt, im Regelfall mußten die
Mönchgrüner zur Bergkirche gehen. Ein winziger Dachreiter
über dem Westgiebel birgt eine kleine Glocke. Der Innenraum
der Kapelle enthält eine Einrichtung, die 1903 in einer
Auswahl aus verschiedensten Stilarten geschaffen wurde. Hinter und
über dem Altar steht die Kanzel, eingefaßt von einer
Wand, die Ähnlichkeit mit einer Hausfassade hat. An Kanzelkorb
und Schalldeckel befinden sich aus Holz gesägte Verzierungen,
die dem Barock nachempfunden sind. Dazu treten zwei
Bleiglasfenster rechts und links der Kanzel:
Der Gute Hirte und Maria mit dem Kind, beide in gotisierendem Stil. Ebenfalls neugotisch ist der Taufstein, während die aus Zinn gegossenen Leuchter und das Kruzifix neuklassizistische Formen haben. Neuklassizistisch ist auch der Prospekt der kleinen Orgel auf der Empore über dem Eingang. An der flachen Decke erscheinen in den vier Ecken die Symbole der Evangelisten, in der Mitte die aus einem Wolkenring herabfahrende Taube des Heiligen Geistes. Diese Anordnung stellt den „Himmelswagen“ nach Hesekiel, Kap. 1 dar, eine zur Barockzeit sehr beliebte Thematik. Abgerundet wird alles durch schwungvolle Jugendstilranken um die Fenster. Trotz dieses „Sammelsuriums“ entstand ein schöner, harmonischer Raum. Acht Bibelsprüche, die, sorgfältig geschrieben und vergoldet, im Raum verteilt angebracht sind, bezeugen: Auch in Mönchgrün ist die Kirche „eine Stätte, da man höret“.