Kirche
              Moenchgruen

Mönchgrün - St. MATERNUS

(aus dem Buch "Kirchen im Oberland" von Peter  Weiss, Berlin  1988)

Maternus war im 4. Jahrhundert Bischof von Köln. Er genoß zeitweise hohes Ansehen als Bewahrer rechter Lehre. Sein Tag ist der 14. September.

Eine Überlieferung aus der Ortsgeschichte berichtet, jahrhundertelang hätten sich die Einwohner gegen die Einrichtung einer Gastwirtschaft gewehrt.. . Wer mag da wohl die Hauptrolle gespielt haben, die Männer? Oder die Frauen?

Ursprünglich hieß unser Ort nur „Grün“, wie auch viele andere Orte mit dieser Endsilbe. Ebenso wie diese erhielt er später erst eine „Ken­nung“ durch das vorgesetzte „Mönch-“, was sicher damit zusammenhängt, daß das Dorf seit 1366 dem Deutschen Haus in Schleiz gehörte und von ihm geistlich versorgt wurde.

Kirche MoenchgruenStrahlend hell empfängt uns das kleine Kirchlein, dessen Renovierung 1985 abgeschlossen wurde. Die gotische Gestalt des Gebäudes ver­rät, daß es erst in der Zeit nach der Erwerbung des Ortes durch die Deutschherren gegründet wurde. Anfangs fand hier nur in Abständen Gottesdienst statt, im Regelfall mußten die Mönchgrüner zur Bergkirche gehen. Ein winziger Dachreiter über dem Westgiebel birgt eine kleine Glocke. Der Innenraum der Kapelle enthält eine Einrichtung, die 1903 in einer Auswahl aus verschiedensten Stilarten geschaffen wurde. Hinter und über dem Altar steht die Kanzel, eingefaßt von einer Wand, die Ähnlichkeit mit einer Hausfassade hat. An Kanzelkorb und Schalldeckel befinden sich aus Holz gesägte Verzierungen, die dem Barock nachempfun­den sind. Dazu treten zwei Bleiglasfenster rechts und links der Kanzel:

Der Gute Hirte und Maria mit dem Kind, beide in gotisierendem Stil. Ebenfalls neugotisch ist der Taufstein, während die aus Zinn gegossenen Leuchter und das Kruzifix neuklassizistische Formen haben. Neuklassi­zistisch ist auch der Prospekt der kleinen Orgel auf der Empore über dem Eingang. An der flachen Decke erscheinen in den vier Ecken die Symbole der Evangelisten, in der Mitte die aus einem Wolkenring herabfahrende Taube des Heiligen Geistes. Diese Anordnung stellt den „Himmelswagen“ nach Hesekiel, Kap. 1 dar, eine zur Barockzeit sehr beliebte Thematik. Ab­gerundet wird alles durch schwungvolle Jugendstilranken um die Fenster. Trotz dieses „Sammelsuriums“ entstand ein schöner, harmonischer Raum. Acht Bibelsprüche, die, sorgfältig geschrieben und vergoldet, im Raum ver­teilt angebracht sind, bezeugen: Auch in Mönchgrün ist die Kirche „eine Stätte, da man höret“.




Pfarramt:
Ev. Luth. Kirchgemeinde Schleiz
07907 Schleiz, Kirchplatz 3
Tel (03663) 422342
Die Termine der Gottesdienste: hier